Grohe Blue: Testbericht, Erfahrungen & Alternativen

Gesprudeltes Wasser aus dem Wassersprudler? Das ist schon vielen bekannt. Doch wusstest du, dass du dieses auch direkt aus dem Hahn beziehen kannst?

Es kommen immer mehr Trinkwassersysteme auf den Markt, die diese Funktionalität ermöglichen. Das bekannteste Untertisch-Trinkwassersystem ist sicherlich die Anlage vom bekannten Armaturenhersteller Grohe, doch es gibt auch Alternativen.

In diesem Artikel erfährst du mehr über das Sprudelsystem Grohe Blue und mögliche Alternativen.

Grohe Blue – Sprudelwasser aus dem Hahn

Das System von Grohe Blue basiert auf dem Konzept der Wassersprudler und ermöglicht es, gefiltertes, gekühltes und mit Kohlensäure versetztes Wasser direkt aus dem Hahn zu bekommen. Mithilfe zweier Bedienelemente kann zwischen gesprudeltem Leitungwasser und ungefiltertem Leitungwasser gewählt werden.

Während der rechte Hebel wie gewohnt Leitungswasser, zum Beispiel für den Abwasch, befördert, lässt sich mit dem linken Hebel und den darauf befindlichen Tasten stilles, medium oder sprudelndes Wasser beziehen.

Grohe Blue Home

Das System Blue Home ist für den Heimgebrauch konzipiert, während das im späteren Verlauf angesprochene Grohe Blue Professional für den Einsatz in Büroküchen ausgelegt ist.

Anschaffung

Der Anschaffungspreis beläuft sich –  abhängig vom Händler – auf um die 1.000 €. Wer sich die Montage mit Bohren nicht antun möchte und einen Installateur beauftragt, sollte das System direkt dort kaufen. Ansonsten kann es vorkommen, dass niemand bereit ist den Einbau zu übernehmen, wie einige Anwender aus Erfahrung berichten.

Das Grohe Blue Home-System ist mit einem C-, L-, oder U-Auslauf erhältlich und der Lieferumfang besteht aus einem einen Karbonisator, einem Filter und einer CO2-Flasche.

Im Grohe-Store sind verschiedene Filter erhältlich, deren Funktionalität auf verschiedene Wasserhärten ausgerichtet ist:

  • S-Size Filter (600 Liter Kapazität) → 69 €
  • Aktivkohlefilter für Regionen mit Wasserhärte unter unter 9 °dKH (3.000 Liter Kapazität) → 89 €
  • Filter mit Magnesium zur Wasseranreicherung (400 Liter Kapazität bei 15 °dKH) → 69 €

Die Lebenszeit ist grob mit 6 bis 12 Monate anzugeben. Die verwendeten CO2-Zylinder reichen für bis zu 60 Liter Sprudelwasser, wobei dieser Wert in der Realität selten erreicht wird, wie wir es auch von Wassersprudlern kennen. Grohe bietet in seinem Shop ein Starterset mit 4 CO2-Zylindern für 79 € an. Sind diese leer, gibt es ein Nachfüllset für 34,99 €, bei dem im Tausch gegen die vier leeren Zylinder vier volle Zylinder zugeschickt werden.

Das entspricht in etwa dem Tauschpreis von im Einzelhandel erhältlichen CO2-Zylindern für Wassersprudler, doch Achtung: diese sind aufgrund unterschiedlicher Ventile nicht für das Grohe Blue-System geeignet! Bei der Nutzung des Untertisch-Trinkwassersystems ist man auf die Produkte von Grohe angewiesen, doch gibt es eine Möglichkeit, diese Einschränkung zu umgehen. Dazu später mehr.

Bei aktiver Nutzung bzw. einem großen Haushalt muss alle paar Wochen ein Tausch der Kartusche erfolgen. Zusätzlich muss 1-2 mal im Jahr eine Reinigung des Systems erfolgen. Zusätzlich dann, wenn das System mehrere Wochen lang nicht verwendet wurde.

Einbau

Der Einbau des Grohe Blue-Systems ist als Hobby-Handwerker möglich, jedoch sollte die Installation für ein optimales Ergebnis vom Fachmann übernommen werden.

Der Einbau erfolgt in folgenden Schritten:

  • Befestigung der Armatur
  • Bohrung der Abluftöffnung für eine gute Luftzirkulation
  • Eindrehen des Filters und Einsetzen des Kühlers in die Bohrung
  • Anschließen der Schläuche
  • Einsetzen der CO2-Flasche
  • Einstellung der Wassertemperatur (zwischen 5° und 10° C)

Der Unterschrank muss entsprechend Platz bieten. Der Kühler ist 20 cm breit und 50 cm tief und benötigt damit in etwa so viel Platz, wie ein hochkant aufgestellter Getränkekasten.

Bedienung

Im Wasserhahn befinden sich zwei Rohre. Eines wird nur für das gefilterte Wasser genutzt (wenn man das Touchpad einschaltet ist), das andere wird für das ungefilterte (Spül-) Wasser über den normalen Mischhebel genutzt.

Es wird ständig Wasser in einem Vorratsbehälter gekühlt gehalten. Dementsprechend macht sich – abhängig von der Umgebungstemperatur – temporär der Lüfter für die Kühlung bemerkbar und nicht nur dann, wenn gerade „gezapft“ wird.

Die Berichte der Anwender zeigen, dass es einige als störend befinden, andere sich an die Laufgeräusche gewöhnen.

Um Wasser über das Grohe Blue-System zu beziehen, ist folgende Bedienung notwendig:

  • Oberer Knopf: Stilles, gefiltertes und gekühltes Wasser
  • Unterer Knopf: Sprudelndes, gefitertes und gekühltes Wasser (Kohlensäuregehalt eher medium)
  • Oberer und dann unterer Knopf: Medium, gefitertes und gekühltes Wasser (Kohlensäuregehalt eher gering)

Wenn es Zeit wird, den Filter auszutauschen, blinkt der LED-Ring an der Armatur orange. Ein weiß blinkendes Licht weist darauf hin, die CO2-Flasche auszutauschen. Bei der Bedienung ist zu beachten, dass das Wasser nach dem Zudrehen des Hahns noch etwas nachläuft.

Zum Kohlensäuregehalt zu sagen ist: Je kälter Wasser ist, desto besser kann die Kohlensäure gebunden werden.

Es empfiehlt sich, das Wasser in eine Glaskaraffe zu füllen und im Kühlschrank zu lagern. Der Clou: Die Grohe Ondus App macht Grohe Blue zum Smart-Home-System und gibt einen Überblick über die Lebensdauer des Filters sowie der CO2-Flasche, ermöglicht Nachbestellungen, das Zapfen von Wasser und berichtet über den Wasserkonsum.

Tausch der CO2-Flaschen

Abhängig vom individuellen Kohlensäuregehalt, müssen die CO2-Flaschen alle paar Wochen getauscht werden. Dementsprechend kommt bei vielen Anwendern der Wunsch auf, das System zum einen an größere CO2-Quellen anzuschließen und zum anderen nicht auf die Produkte von Grohe Blue angewiesen zu sein.

Mithilfe eines Adapter-Hochdruckschlauchs ist es möglich, anstatt der herkömmlichen Patrone eine handelsübliche Kohlensäureflasche mit W21,8 x 14 Gewinde anzuschließen. Ein solcher Adapter ist zum Beispiel bei NeuesWasser.de erhältlich.

Grohe Blue Professional

Der Unterschied des Professional- zum Home-System ist, dass aufgrund der intensiveren Nutzung größere Filter (L-Size mit einer Kapazität von 2.600 Litern) und CO2-Flaschen (2 kg) verwendet werden können, was bei einer intensiven Nutzung wie in einer Büroküche unumgänglich ist.

Fazit

Das System von Grohe ist Wassersprudler weitergedacht. Gesprudeltes Wasser direkt aus dem Wasserhahn zu beziehen ist eine sehr komfortable Sache und trägt sicherlich zum wertvollen Wasserkonsum bei.

Die mit dem Komfort einhergehenden Negativpunkte sind die notwendige Wartung mit dem Tauschen des Filters und des CO2-Zylinders und die dadurch entstehenden Kosten.

Berechnungen verschiedene Anwender kommen auf einen Literpreis zwischen 25 und 50 Cent pro Liter, womit das Grohe Blue-System keinesfalls in Sachen Kostensparen punktet. Der Aspekt, dass nicht einfach die üblichen CO2-Zylinder aus dem Einzelhandel verwendet werden können, kratzt am Komfort-Level.

Enorme Vorteile bei der Verwendung von Grohe Blue Home bzw. Professional sind der Wegfall der Getränke-Einkaufs. Das kommt der Umwelt zugute und spart Platz. Darüber hinaus kann das gefilterte, entkalkte Wasser auch an anderer Stelle Anwendung finden, z.B. beim Tee kochen oder der Kaffee-Zubereitung.

Ist das System erst einmal installiert, ist die Bedienung kinderleicht. Wer mit den temporären Laufgeräuschen leben kann, unter der Spüle den Platz für das System hat und bereit ist, rund 1.000 € plus die Folgekosten für den Filter-, CO2-Zylinder-Tausch und die Reinigung zu bezahlen ist, erhält mit Grohe Blue ein sehr gutes System zum Wassersprudeln aus dem Wasserhahn.

VORTEILE:
  • Wegfall des Getränke-Einkaufs
  • Leitungs- u. Sprudelwasser aus einem Hahn
  • Platzersparnis
  • Umweltentlastung
  • Gefiltertes Wasser für Küchengeräte
  • leichte Bedienung, auch für Kinder und ältere Menschen
NACHTEILE:
  • Hohe Anschaffungskosten
  • Laufende Kosten mit Zylinder-Tausch und Reinigung
  • Geräuschentwicklung

Alternativen zu Grohe Blue

Inzwischen gibt es zu Grohe Blue einige Alternativen, darunter die Modelle der Marke Sprudelux, Sprudel-Lok oder BubbleBox.

4 Comments
  1. Was ich hier und anderswo lese schreckt mich eher davon ab eine „Karbonisieranlage“ zu installieren.
    „Unser“ Trinkwasser ist mehr als o. k. Einen rückspülbaren Filter habe ich hinter dem Wasserzähler installiert um eventuelle Partilel, etc. aufzufangen – mehr Filtrierung brauchen wir nicht für unser Trinkwasser.
    Grohe Blue teilt mir auf Anfrage, ob man den Filter einfach weg lassen kann, mit, dass das nicht gehe. Auch könne man nur eine geringe Menge Sprudelwassers pro Minute entnehmen. Andere Anbieter äußern sich ähnlich.
    Nach der milliardenfachen Erwähnung, dass bereits 50 Jahren eine Mondflug möglich war, aber – in diesem Fall – das „Vermengen“ von H2O mit CO2 ein Riesenproblem zu sein scheint, frage ich mich wo die klugen Ingenieure sind, die in der Vergangenheit ganz andere Dinge gelöst haben?

    Konkret würde für meine Zwecke folgende Konfiguration ausreichen:
    1. Separate Armatur zum Zapfen,
    2. die „Black-Box“ (Karbonisiereinheit) – gerne auch stromlos!
    3. Anschluss für CO2-Flasche mit Druckminderer
    4. eine 2 – 10 l CO2-Flasche
    5. den Filter, der wohl auch die „erwünschten“ Mineralien herauszieht (?), kann ich mir sparen!

    Ich suche schon seit „Jahren“, nun aber etwas intensiver. Dabei bin ich u. a. auch auf die Seite
    http://www.ho-tec.de/aquaplus/produkte_mssintern_e.php
    der Fa. Ho-tec „aqua-plus“ gestoßen. Das hier aufgeführte Gerät würde meinen Vorstellungen entsprechen, wenn es auch das könnte, was da beschrieben ist. Leider habe ich keine Erfahrungsberichte zu dem Gerät finden können. Ungern würde ich ein Gerät für über 1k€ erwerben, dass dann doch nicht funktioniert.
    Auf eine eMail-Anfrage erhielt ein Angebot per Post der Fa. HOTEC, Gaggenau. In der von mir gewünschten o. a. Ausstattung würde die Anlage 975,00 € + Wehrmachtssteuer kosten.
    Filterstation „4C“ (Aktivkohlefilter) gibt es für 130 €, eine Doppelzapfsäule für 299 € und eine Tropfschale für 48 €.
    Die Installation/Inbetriebnahme – die ich mir sparen könnte – würde 88 € + 280 € (!) Anfahrtskosten betragen (alles netto).

    Diese Anlage würde ich sofort nehmen, wenn sie das erfüllt, was beschrieben ist. Ich fülle u. a. einige Flaschen „am Stück“, Apfelschorle ab. Dazu verwende ich ca. nur 1/8-Teil Apfelsaft. Da der Saft sich nach Anbruch nicht lange hält (auch im Kühlschrank nicht), fülle ich so viele Flaschen ab, bis die Saftflasche leer ist. Diese Sprudelmenge kann nach meiner Recherche nur dieses Gerät „am Stück“ herstellen.

    Ich werde morgen bei der Fa. „HOTEC“ anrufen und mir weitere Infos einholen – ggf. ist ja in meiner Nähe eine solche Station verbaut worden, die ich besichtigen könnte?
    Es wird ja geschrieben, dass das „Modell als Einbau-Gerät für Küchen, Büro-Teeküchen, Mittel- und Großabnehmer wie Alten- und Pflegeheime etc., konzipiert“ ist.

    Über das Ergebnis werde ich dann berichten.

  2. Seit einer Woche bin ich Besitzerin von grohe blue home und bereue diese Investition. Alle 7 Minuten springt die Kühlung für 4 Minuten an. Tag und Nacht. In einer offenen Wohnküche absolut nervig. Auch der Spudelgehalt ist nicht mal Medium.

  3. „Ziemlich teurer Schrott!!!!“
    Das kann ich nur bestätigen, nach der (fachmännischen) Installation erkennt das System weder Filter noch Co2 Kartusche und nervt mit der Anzeige EC . Das Bilderbuch von Grohe sollte mit einem Schnellkurs zum Verständnis ausgeliefert werden. Außer den 3 Tasten hat man keinen Zugriff und da ist man hilflos weil das Gerät nach jeder (!!!!!) Bilderbuchgemäßen Einstellung zurück auf EC fällt. Teurer Fehlkauf! Die App und Grohe Cloud dienen auch nur dem Datensammeln. Einstellen lässt sich da nichts. Fehlkonstruktion – Bananenprodukt – reift beim Kunden

  4. das klingt alles ganz toll, aber das Produkt Grohe Blue home ist unbrauchbar. Ich habe vor ca. 2 Jahren ein Grohe Blue home gekauft. Weil das CO2 System versagte – es kamen nur noch Tröpfchen und dann nichts mehr- wurde das Gerät deshalb nach 1 Jahr ausgetauscht. Jetzt habe ich wieder genau das gleiche Problem. Ich denke, es ist ein Konstruktionsfehler. Jedenfalls habe ich jetzt genug davon und habe es ausgebaut.
    Kisten schleppen ist hier die bessere Altenative.
    Ziemlich teurer Schrott!!!!

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