Rund um unser Trinkwasser: Wasserversorgung, Verwendung & Qualität

Unser Trinkwasser hat so einiges an Vorteilen zu bieten. Lupenrein, geschmacklich großartig und obendrein gesund, läuft es im wahrsten Sinne des Wortes im Handumdrehen aus deutschen Wasserhähnen.

Ein Standard, der – im weltweiten Vergleich betrachtet – bei weitem keine Selbstverständlichkeit darstellt.

Höchste Zeit also, sich die Sache mit dem Trinkwasser genauer anzusehen: Woher kommt es eigentlich, wie wird es aufbereitet und verwendet? Welchen Stellenwert nehmen Gesetzestexte und die Trinkwasserversorger selbst ein? Was lässt sich zum Preis-Leistungs-Verhältnis von Trinkwasser sagen und wie wird seine Qualität gewährleistet?

Diese und weitere Fragen wird dir der Trinkwasser-Guide beantworten!

Woher stammt das Trinkwasser in Deutschland?

Die Tatsache, dass Trinkwasser in unseren Breiten selbstverständlich und rasch verfügbar ist, lässt viele Menschen nicht weiter darüber nachdenken. Daran sollte man etwas ändern, denn Herkunft, Gewinnung und Aufbereitung des kostbaren Nass‘ sind nicht nur spannend, sondern zählen durchaus auch zum Allgemeinwissen.

Wasserquellen in Deutschland

Verteilung der Wasserquellen in Deutschland | Quelle: Umweltbundesamt

Deutschlandweit gibt es mehrere verschiedene Entnahmequellen/-orte, die zur weiteren Aufbereitung von Trinkwasser genutzt werden können. Allen voran machen hier Grund- und Quellwasser mit über zwei Drittel den Löwenanteil aus.

Insgesamt stolze 70 % (62 % Grundwasser und 8 % Quellwasser) unseres Trinkwasserbedarfs werden hieraus gespeist. Der Rest verteilt sich auf Talsperren, Flusswasser, Uferfiltrate und künstlich angereichertes Grundwasser.

Uferfiltration und Grundwasseranreicherung: Wie kann man sich das vorstellen?

Künstliche Grundwasseranreicherung geschieht, indem von den Wasserversorgern gereinigtes Oberflächenwasser zum Versickern in den Boden gebracht wird. Dieser fungiert als Filter, die Grundwassermenge wird gesteigert.

Sandfilter im Wasserwerk Essen

Sandfilter im Wasserwerk Essen

Bei der Uferfiltration wird bewusst auf Grundwasser in unmittelbarer Nähe zum Uferbereich eines Flusses zurückgegriffen. Auf diese Weise kann Wasser aus dem Flussbett selbst genutzt werden, welches auf seinem Weg zum Brunnen im Boden zusätzlich gereinigt wird.

Bei beiden Verfahren machen sich die Wasserversorger zum einen die natürliche Filterfunktion des Bodens zunutze, andererseits entsteht für einen Teil des Wassers ein kleiner Kreislauf: Gebrauchtes Wasser (Abwasser) wird in Kläranlagen gereinigt und danach wieder eingespeist (in die Flüsse zum Beispiel).

Was hierbei aber auf jeden Fall bedacht werden muss: Überstrapaziert werden dürfen solche Systeme nicht! Technische Möglichkeiten (Kläranlagen) sowie die natürliche Bodenfilterung können nämlich nur bis zu einem gewissen Maß an Verunreinigung gut funktionieren.

Der Weg des Wassers ist klar vorgegeben

Der Weg, den das Wasser einschlagen muss, bevor es aus deutschen Wasserhähnen sprudelt, ist klar festgelegt:

Entnahme durch den Wasserversorger aus der Quelle – Aufbereitung in den Wasserwerken – Speicherung des aufbereiteten Trinkwassers – Verteilung über das gut gewartete Leitungssystem – Weiterleitung bis zum Wasseranschluss des jeweiligen Gebäudes – Weiterleitung durch die Wasserleitungs-Installationen im Gebäude bis zum jeweiligen Zapfhahn.

Für Pflege und Wartung der Installationen im Gebäude ist der Eigentümer selbst verantwortlich. Dabei sollte stets bedacht werden, dass die Qualität unseres Trinkwassers immer auch von diesem letzten Stückchen des Weges abhängt!

Wissenswertes zur Trinkwasserversorgung in Deutschland

Die Trinkwasserversorgung in Deutschland ist im Großen und Ganzen zentral geregelt. So gut wie alle Privathaushalte, öffentlichen Einrichtungen und gewerblichen Betriebe hängen am öffentlichen Netz. Nur in absoluten Ausnahmefällen gibt es hier Abweichungen.

Im internationalen Vergleich schlägt der deutsche Wasserpreis übrigens zwar durchaus zu Buche, bei näherer Betrachtung wird aber rasch deutlich: Qualität hat seinen Preis! Und das ganz zurecht!

Von zentraler Trinkwasserversorgung und Eigenwasserversorgern

99 % der Bevölkerung Deutschlands hängen am zentralen Trinkwasser-Verteilungsnetz. Der hohe Prozentsatz ist selbsterklärend, wenn man weiß, dass ein sogenannter Anschluss- und Benutzungszwang gegeben ist. Die öffentliche Trinkwasserversorgung/Abwasserentsorgung ist also gesetzlich vorgeschrieben. Und das ist auch gut so!

Läge beides nämlich im eigenen Ermessen, wäre unsere Trinkwasserqualität vermutlich rasch deutlich beeinträchtigt und das zentrale Netz nicht mehr finanzierbar.

Ein verschwindend geringer Anteil von nur 1 % sind sogenannte „Selbstversorger“ oder „Eigenwasserversorger“.

Das heißt, sie sind nicht ans zentrale Trinkwasser-Verteilungsnetz angeschlossen. Hier liegen immer spezielle Gründe vor, die die alternative Trinkwasserversorgung über Hausbrunnen weit sinnvoller machen. Beispielsweise sind solche Varianten in Gebieten, die kaum (mehr) besiedelt sind, eine gängige Lösung,

Unsere Trinkwasserversorgung: Qualität auf hohem Niveau

Unser Trinkwasser, das durch ein insgesamt 500.000 Kilometer langes Verteilungsnetz fließt, hat nicht nur seine Qualität, sondern im internationalen Vergleich auch seinen Preis (dazu später mehr).

Gemeinsam mit der Schweiz und Österreich zählt Deutschland klar zu den Trinkwasser-Hochburgen, was nicht zuletzt an den entsprechenden Ressourcen liegt (viele Süßwasserquellen).

Im Vergleich zu anderen Ländern ist der Trinkwasserverbrauch in Deutschland zudem verblüffend gering.

Dies lässt sich einerseits durch den sehr effizienten Wasserkreislauf samt entsprechend dichter Wasserrohre, andererseits durch die hohen Wasserpreise erklären.

Zuständig für die öffentliche Trinkwasserversorgung sowie Abwasserentsorgung sind übrigens die jeweiligen Gemeinden. Diesen überstehen Aufsicht durch die Bundesländer sowie festgelegte EU-Richtlinien.

Verwendung und Kosten von Trinkwasser: Zahlen und Fakten

Wie viel Trinkwasser verbrauchen wir Deutschen im Schnitt zu welchem Preis? Und vor allem: Wofür? Das haben wir uns genauer angesehen!

Niedriger Wasserverbrauch in Deutschland: Wassersparen hat mehrere Gründe

Ein Blick in die Statistik zeigt: Innerhalb von 22 Jahren sank der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch an Trinkwasser stetig. Lag der Verbrauch im Jahr 1991 noch bei 144 Litern Trinkwasser pro Tag und Kopf, reduzierte er sich bis zum Jahr 2013 auf sagenhafte 121 Liter/Tag.

Entwicklung des Wasserverbrauchs seit 1991

Entwicklung des Wasserverbrauchs seit 1991 (in Litern) | Quelle: Umweltbundesamt

Im internationalen Vergleich punktet Deutschland hier deutlich.

Gründe hierfür sind nicht nur Änderungen im Verbraucherverhalten durch steigende Wasserpreise. Auch technische Errungenschaften, wie stark wassersparende Haushaltsgeräte sowie kleine Helferlein wie etwa Wasserspar-Armaturen, sind hier zu nennen.

Der durchschnittliche Wasserverbrauch hat, bezogen auf die Bundesländer, zudem eine relativ hohe Schwankungsbreite. Während Nordrhein-Westfalen mit 135 Litern pro Kopf die Pole-Position einnimmt, dürfen sich die Sachsen mit lediglich 85 Litern Pro-Kopf-Verbrauch eindeutig zu den größten Wassersparern Deutschlands zählen.

Wofür nutzen wir unser Trinkwasser?

Wasserverwendung in deutschen Haushalten

Wasserverwendung in deutschen Haushalten (in Prozent) | Quelle: Umweltbundesamt

Körperpflege und das Betätigen der Klospülung machen etwa ein Drittel des gesamten Wasserverbrauchs in deutschen Haushalten aus.

Schlusslicht bildet der Anteil an Wasser, der tatsächlich zum Trinken und für die Essenszubereitung verwendet wird (durchschnittlich sind das fünf Liter pro Tag und Kopf  – zum Beispiel für die Nutzung eines Wassersprudlers), gefolgt von etwa 30 Litern täglichem Pro-Kopf-Verbrauch für Haushaltshygiene (Geschirr, Wäsche, Wohnungsputz, Autowäsche).

Wasserkosten in Deutschland

Weshalb die Kosten für Trinkwasser innerhalb Deutschlands stark variieren, ist rasch erklärt: Es sind die tatsächlichen Kosten der Unternehmen für alle notwendigen Maßnahmen (Wassergewinnung, Aufbereitung, Speicherung, Verteilung, Investitionen, Gewässerschutz etc.), die als Grundlage herangezogen werden. Dass es hier regionale Unterschiede gibt, ist selbstredend.

Wenngleich hohe Wasserpreise immer wieder beanstandet werden und der internationale Vergleich diese auch aufzeigt: Erstklassige Qualität hat eben seinen Preis! Und dass dieser – in Anbetracht der einwandfreien Wasserqualität, die man geboten bekommt – gar nicht so hoch gegriffen ist, wie man glauben mag, zeigen folgende Zahlen sehr anschaulich:

2013 zahlte eine Einzelperson pro Jahr im Schnitt 103 Euro für ungefähr 40 m³ Trinkwasser. Das macht 26 Cent pro Tag für mehr als 100 Liter Trinkwasser höchster Qualität!

Trinkwasserqualität: gesetzliche Grundlagen und deren Einhaltung

Ein wesentlicher Punkt, wenn es um die Trinkwasserversorgung in Deutschland geht, ist die Frage nach der Qualität des kühlen Nass‘.

Bekannt ist zwar sicherlich, dass Deutschland sehr hohe Standards in Bezug auf seine Trinkwasserqualität setzt, wie diese Qualität konkret gewährleistet wird, wissen jedoch die wenigsten. Hierzu sind gesetzliche Vorgaben durch die Trinkwasserverordnung zu nennen, mit denen wir uns noch ausführlicher beschäftigen werden.

Trotz aller Qualität: Sobald man auf Berichterstattungen über Verunreinigungen des Grundwassers durch Landwirtschaft und (Massen-)Tierhaltung stößt, ist die Verunsicherung groß!

Inwiefern nehmen gesundheitsgefährdende Stoffe im Grundwasser Einfluss auf die Qualität unseres Trinkwassers? Wie ist das mit alten Verrohrungen aus Blei, deren Gefährdungspotential auch immer wieder Thema in den Medien ist? Und nimmt zu hartes Wasser nicht negativen Einfluss auf unsere Haushaltsgeräte?

Trinkwasserverordnung: Einhaltung von Qualitätsparametern und entsprechende Überprüfung

Unser Trinkwasser ist mit Sicherheit das am besten kontrollierte Lebensmittel überhaupt! EU-weit geregelte Trinkwasserbestimmungen führten zum Erlass der deutschen Trinkwasserverordnung im Jahr 2001 (TrinkwV 2001). Diese wird natürlich laufend adaptiert, zuletzt Anfang 2018 (siehe Bundesanzeiger).

Nicht nur Güteanforderungen an unser Trinkwasser sind in der Trinkwasserverordnung anhand exakter Grenzwerte, die es einzuhalten gilt, festgelegt.

Auch entsprechend engmaschige Kontrollen (mindestens zehnmal im Jahr bei sehr kleinen Versorgern, mehrmals täglich bei großen Versorgern) sind gesetzlich vorgeschrieben.

Alle drei Kalenderjahre muss zudem ein entsprechender Bericht veröffentlicht werden, der den Verbraucher informiert. Hierfür sind das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das Umweltbundesamt (UBA) zuständig, die Weitergabe der entsprechenden Informationen erfolgt durch die Länder selbst.

Die Länder sind es auch, die verpflichtet sind, dafür zu sorgen, dass die Trinkwasserverordnung eingehalten wird.

Grundsätzlich arbeiten für den Erhalt und Überprüfung der Qualität des Wassers nach der TrinkwV die Unternehmer/Inhaber der Wasserversorgungsanlagen sowie Gesundheitsämter Hand in Hand.

Worauf wird das das Trinkwasser untersucht?

Unser Trinkwasser wird auf mikrobiologische, chemische und physikalische Parameter hin untersucht und schneidet – wie die veröffentlichten Berichte belegen – hervorragend ab. Über 99 % der Messwerte entsprechen den Güteanforderungen nach der TrinkwV oder übertreffen diese sogar noch.

Nitrat, Pestizide und Arzneimittelreste im Grundwasser?

Die hervorragenden Messwerte bedeuten aber nicht automatisch, dass unsere Ursprungsquellen von einwandfreier Qualität sind.

Gerade im Hinblick auf chemische Parameter weist unser Grundwasser zum Teil hohe Werte von Nitrat sowie Pflanzenschutzmitteln und Biozidprodukten auf. Grund hierfür sind Massenproduktionen in der Landwirtschaft (Tierhaltung, Lebensmittelanbau).

Auch Arzneimittelreste sind im Grundwasser zu finden. Dies lässt sich zum einen durch die Ausscheidungen von Nutztier und Mensch (Hormone wie die Antibabypille) erklären, zum anderen dadurch, dass Medikamente unsachgemäß entsorgt werden. Altmedikamente gehören in die Restmülltonne, von wo diese in der Müllverbrennungsanlage rückstandsfrei verbrannt werden.

Der Grund, weshalb uns solche Stoffe im Trinkwasser nicht gefährlich werden können, sind die hervorragenden Filter- und Aufbereitungstechniken in den/der Wasserwerke(n).

Vorsicht bei coliformen Bakterien

Bei den Messungen mikrobiologischer Parameter stechen coliforme Bakterien heraus. Etwa 1 % der Grenzwertmessungen zeigt hier eine Überschreitung.

Das bedeutet nicht, dass eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung gegeben wäre, ganz im Gegenteil. Für den Menschen ist das Auftreten der Bakterien grundsätzlich ungefährlich, da das Ausmaß gering ist und die Grenzwerte nicht stetig überschritten werden.

Allerdings zeigt sich hier ein Handlungsbedarf für Wasserversorger und zuständige Behörden. Nun gilt es, herauszufinden, wodurch es immer wieder zu leichten Überschreitungen kommt und welche Maßnahmen im Hinblick auf Filterung und Aufbereitung getroffen werden können, um das Problem einzudämmen.

Trinkwasserqualität: Was der Endverbraucher tun kann und muss

Die TrinkwV ist lediglich bis zum Hauswasseranschluss gültig.

Also ist auch nur bis dorthin die einwandfreie Qualität des Trinkwassers gesetzlich gesichert. Für die letzten Meter (also alles innerhalb des Gebäudes) ist der Verbraucher (Eigentümer/Vermieter) selbst verantwortlich. Wesentlich hierbei: Pfusch an den Wasserleitungen ist absolut nicht ratsam, für Installation und Instandhaltung sollte immer auf Profis zurückgegriffen werden.

Blei, Kupfer und Nickel im Trinkwasser: Werte sinken durch entsprechende Instandsetzung der Installationen

Was immer wieder Horrorvorstellungen auslöst, nämlich gesundheitsschädliche Legierungen wie Blei, Kupfer oder Nickel im Trinkwasser, ist zum Glück beinahe (!) sowas wie ein alter Hut.

Tatsächlich waren Bleirohre in früheren Zeiten State of the Art, was immer wieder zu Ablagerungen im Trinkwasser führte. Eine riskante Sache, denn Blei ist als Nervengift absolut gesundheitsschädigend und gerade für Ungeborene, werdende Mütter und Säuglinge sehr gefährlich.

Im öffentlichen Verteilungsnetz gehören Bleirohre längst der Vergangenheit an, wodurch hier kein Problem auftreten kann. Allerdings eben nur bis zum jeweiligen Hausanschluss, denn ab dort ist der Verbraucher selbst für die Trinkwasserqualität verantwortlich!

Sollten sich im Gebäude also immer noch alte Verrohrungen aus Blei finden (bei unsanierten Jahrhundertwendehäusern beispielsweise), so gilt es, diese auszutauschen, um einwandfreie Wasserqualität zu gewährleisten. Bei zu hohen Bleiwerten im Trinkwasser muss der Eigentümer in jedem Fall umgehend für einen Tausch der Rohre sorgen.

Ähnlich verhält es sich mit erhöhten Kupfer- oder Nickelwerten im Trinkwasser. Auch hier liegt die Ursache in so gut wie allen Fällen beim Verbraucher selbst. Grund sind meist ungeeignete Anschlüsse und Armaturen, die den Standards nicht entsprechen oder unsachgemäß eingebaut sind.

Krankheitserreger im Trinkwasser? Das hilft!

Einige Tipps und Kniffe helfen dem Endverbraucher dabei, die einwandfreie Trinkwasserqualität, wie sie durch die Trinkwasserverordnung gewährleistet wird, auch tatsächlich beizubehalten.

  • Nicht an der falschen Stelle sparen! Im Leitungssystem sollte das Warmwasser immer eine Temperatur von mindestens 55 Grad Celsius aufweisen, um eine Vermehrung von gesundheitsgefährdenden Mikroorganismen wie Legionellen und Pseudomonaden auszuschließen.
  • Arbeiten an Leitungen und Anschlüssen immer vom Fachbetrieb durchführen lassen!
  • Alte Bleiverrohrungen sollten unbedingt ausgetauscht werden.
  • Vorsicht bei stehendem Wasser, da sich Krankheitserreger dort leicht vermehren → Wasser etwas laufen lassen, wenn der Anschluss länger unbenutzt war/ zum Kochen besser kaltes Wasser verwenden, da das Kaltwassersystem häufiger in Betrieb ist und somit das Wasser weniger in den Leitungen steht

Zur Härte von deutschem Trinkwasser

Kalkflecken im Badezimmer oder verkalkte Haushaltsgeräte – die Sorge vor hartem Trinkwasser ist häufig recht präsent, in so gut wie allen Fällen allerdings unbegründet.

Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Härtegrade von Wasser: weich, mittel und hart. Diese ergeben sich je nachdem, in welchem Ausmaß sich das Wasser im Boden mit Mineralien (meist Kalzium und Magnesium) anreichert.

Die Wasserhärte ist demnach regional unterschiedlich und ändert sich erfahrungsgemäß auch nicht. Stark angereichertes (also hartes) Wasser wird manchmal schon in den Wasserwerken so aufbereitet, dass es für den Endverbraucher nur noch einen mittleren Härtegrad aufweist.

Beim zuständigen Wasserversorger kann der Härtegrad für die Region ganz einfach erfragt werden.

HärtebereichWasserhärte (mmol/l)Härtegrad (°dH)
WeichUnter 1,5Unter 8,4
Mittel1,5 - 2,58,5 - 14
HartÜber 2,5Über 14

Für stark wasserziehende Haushaltsgeräte (Waschmaschine, Geschirrspüler) gibt es meist Einstellungen, um sie an die jeweilige Wasserhärte anzupassen. Auch sind diverse Produkte zum Einfüllen (Wasserenthärter, entsprechendes Waschmittel oder Geschirrspülsalz) erhältlich.

Kleinere Haushaltsgeräte (Wasserkocher, Kaffeemaschine) können ganz einfach mit Essigwasser oder entsprechenden chemischen Mitteln aus der Drogerie entkalkt werden. Kalkflecken im Bad beseitigt man am besten mit Essig oder Zitronensäure.

Bloß wegen einer hohen Wasserhärte ist unser Trinkwasser keineswegs gesundheitlich bedenklich. Allerdings decken Mineralien wie Magnesium oder Kalzium im Leitungswasser auch nicht den Tagesbedarf, dazu ist die Konzentration viel zu gering.

Leitungswasser vs. gekauftes Wasser: Was ist gesünder?

Häufig taucht die Frage danach auf, was denn nun gesünder sei, gekauftes Sprudelwasser oder Wasser aus der Leitung. Eine Frage, die nicht unbedingt eindeutig zu beantworten ist.

Dies ist nämlich einerseits vom jeweiligen Sprudelwasser-Fabrikat abhängig, andererseits von der Qualität der Wasserinstallationen im Wohngebäude des Endverbrauchers selbst.

Nachdem die Trinkwasserverordnung nur bis zum Hausanschluss gilt, ist es möglich, dass aufgrund alter Bleirohre, nicht fachgerechter Installation, falscher Armaturen oder zu niedrigen Temperaturen im Leitungssystem die ursprünglich hochwertige Trinkwasserqualität auf den letzten Metern rapide abnimmt.

Ebenso haben Testungen (Stiftung Warentest zum Beispiel) in der Vergangenheit aber auch aufgezeigt, dass in Bezug auf Schadstoffe nicht alle Mineralwässer lupenrein sind.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass – entsprechende Vorkehrungen im Privathaushalt vorausgesetzt – Leitungswasser nicht nur bekömmlich und gesund ist, sondern ebenso kostengünstiger als gekauftes Wasser aus dem Supermarkt.


Quellen:

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